Der Austritt Großbritanniens aus der EU beherrscht momentan die Schlagzeilen. Selbst im Sport ist der „Brexit“ eines der dominierenden Themen – und das, obwohl gerade die EM stattfindet! Wir haben uns vom News-Aggregator-Portal „SportBuzz“ einen Überblick gezogen, um den Trend zu visualisieren: „brexit“ ist als Schlagwort in sozialen Medien genauso präsent wie „em“ oder „fußball“.

Doch welchen Effekt hat der „Brexit“ auf den Sport? 

Ein genauerer Blick auf die Themen, die mit dem Keyword „brexit“ und Sportbezug auf sozialen Medien im Trend sind, zeigt, dass sich die meisten Menschen um den englischen Fußball sorgen machen.

Brexit und Sport in sozialen Medien

Brexit und Sport in sozialen Medien (Screenshot: mysportbuzz.com)

Der kicker und reviersport berichten, dass es vor allem bei der Verpflichtung ausländischer Spieler im Profifußball Einschränkungen geben wird. Auf Grund der in der EU geltenden Arbeitnehmerfreizügigkeit können bislang Spieler aus EU-Staaten ohne Auflagen verpflichtet werden und spielen. Nicht-EU-Ausländer müssen jedoch strenge Auflagen erfüllen, um eine Arbeitserlaubnis zu erhalten und in England spielen zu dürfen. Unter anderem müssten sie in zwischen 30% und 70% der Länderspiele ihrer Nation in den letzten zwei Jahren eingesetzt worden sein. Selbst Top-Spieler wie Weltmeister Ron-Robert Zieler (Leicester City), Emre Can (FC Liverpool) oder der Franzose Dimitri Payet (West Ham) hätten die Auflagen nicht erfüllt. Laut kicker wären insgesamt ganze 332 Profis von der Regelung betroffen. Zwar vermutet der kicker, dass die Regelung nicht rückwirkend angewandt wird – das heißt, Spieler mit aktuellem Vertrag doch bleiben dürften -, aber in der Zukunft werden Wechsel deutlich erschwert.

Ähnliche Regelungen gibt es laut Guardian und Telegraph auch im Cricket, Rugby und Boxen. Sportarten wie Tennis oder Leichtathletik, wo die Spieler zur Teilnahme an Turnieren lediglich ein vorübergehendes Besuchervisum benötigen, sind laut Telegraph vom Brexit kaum betroffen.

Folgen haben wird der „Brexit“ auch für das Image der Ligen. Sky zitiert FA-Geschäftsführer Richard Scudamore: Das Ergebnis sei „mit der Kultur der Offenheit der Liga unvereinbar“. Gary Lineker bringt es etwas kürzer auf den Punkt: Er twitterte kurz nach dem Aufstehen nur „Bloody hell!“.

Leiden dürften alle englischen Sportarten auch unter der deutlichen Abwertung des Britischen Pfund, das in nur einem Tag gegenüber allen (!) Währungen der Welt deutlich verloren hat (zum Beispiel fast 10% auf den US Dollar). Dadurch werden Transfers ausländischer Spieler, die in Euro oder Dollar bezahlt werden, relativ gesehen deutlich teurer.