Hertha BSC Berlin ist immer noch auf der Suche nach einem Trikotsponsor für die neue Saison. Als Preis für die Zusammenarbeit verlangt die alte Dame laut Berliner Medien 5 Millionen Euro pro Saison. Das hat uns zum Nachdenken gebracht: Wie viele Amateurfußball-Mannschaften könnte man für diesen Preis sponsern? Ob es theoretisch möglich wäre, anstatt einer Bundesliga-Mannschaft sämtliche Amateur-Teams in Berlin mit neuen Trikots auszustatten?

Das Sponsoring-Duell: Hertha BSC Berlin vs. alle Amateur-Mannschaften in Berlin

In Berlin gibt es etwa 2.850 Fußball-Mannschaften (Quelle: Fußball.de). Als Kosten für ein Trikotsponsoring kann man, einschließlich Aufdruck des Sponsor-Logos und Projektmanagement-Kosten, mit 1.000 Euro pro Team rechnen. Bei Jugend-Mannschaften wird es noch günstiger, bei den größeren Amateur-Vereinen wie dem BFC Dynamo, dem Berliner AK oder Viktoria Berlin etwas teurer.  Insgesamt kommen wir so, für alle Teams in Berlin, von der Jugend bis zur Ü60, auf einen Gesamtpreis von gerade einmal 2,5 Millionen Euro – halb so viel wie bei der Hertha!¹ Mehr noch, da Trikotsponsorings im Amateursport in der Regel über mehrere Saisons laufen, würde das Budget für sechs Jahre ausreichen – und nicht nur für eine Saison.

Anstatt einen Bundesligisten zu sponsern, könnte ein Sponsor sechs Jahre lang die gesamte Stadt mit neuen Trikots ausstatten.

Aber was bekommt ein Sponsor als Gegenleistung dafür? Auch hier lohnt sich ein Vergleich.

Pro Spiel sehen im Olympia-Stadion durchschnittlich 50.000 Zuschauer das Sponsoren-Logo auf den Hertha-Trikots, bei Auswärtsspielen etwas weniger. Im Amateursport sind die Zahlen schwer zu schätzen – für unser Beispiel gehen wir im Schnitt, die Spieler mitgezählt, vorsichtig von 150 Zuschauern im Herren- und 30-60 Zuschauern im Damen-, Junior/innen- und Seniorenbereich aus. Multipliziert mit der Anzahl der Mannschaften und der Saisonspiele haben die Amateure hier klar die Nase vorn: Hertha wird pro Saison „nur“ von 1,5 Millionen Zuschauern live gesehen, während das Amateur-Sponsoring über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg von 19,2 Millionen Menschen wahrgenommen werden würde.²

Sports United

Ein glücklicher Sponsor mit einer Amateur-
Fußball-Mannschaft (die ganze Geschichte).

Auch bei der Online-Reichweite müssen die Amateure den Vergleich nicht scheuen. Unseren Berechnungen zu Folge erreichen sie innerhalb von sechs Jahren über ihre Homepage und Facebook-Fanseiten mehr als 36 Millionen Menschen.³ Da wird es für die Hertha auch mit 265.000 Facebook-Fans nicht einfach, mitzuhalten.

Natürlich hat ein Bundesligist als Trumpf auch noch eine gigantische Reichweite durch Berichterstattung im Fernsehen und in anderen Medien. Allerdings sind die Kontakte im Amateursport deutlich direkter und „ehrlicher“: Es macht halt doch einen Unterschied, ob ich ein Sponsorenlogo im Fernsehen sehe, oder mit eigenen Augen auf dem Ascheplatz meines lokalen Vereins.

Fazit: Amateursport-Sponsoring lohnt sich

Als Fazit bleibt uns festzuhalten: Es kann sich für einen Sponsor durchaus rechnen, anstatt in einen großen Bundesligisten in viele kleine Vereine zu investieren. Möglich wird das organisatorisch dank Sponsoo: Der Sponsor muss lediglich einmalig sein Budget und seine Zielgruppe festlegen und kann sich dann bequem in seinem Büro-Sessel zurücklehnen, während Sponsoo die Sponsoring-Deals alle nach demselben Muster über die Online-Plattform abwickelt.

Zu guter Letzt sei angemerkt, dass wir der Hertha und ihrem Vermarkter Sportfive bei der Sponsorensuche selbstverständlich kräftig die Daumen drücken.

Auch ist uns natürlich klar, dass viele Vereine in Berlin bereits einen Sponsor haben. Allen Vereinen, die noch auf der Suche sind, helfen wir allerdings gerne: Mit wenigen Klicks können sich Vereine bei Sponsoo ein Sponsoring-Profil erstellen und damit ihre Chancen, Sponsoren zu finden, deutlich erhöhen. Mehr Infos gibt’s hier.

 

Fußnoten:

  1. Genaue Berechnung: 328 Herren-, 94 Damen- und 312 Senioren-Teams à 1.000€ + 105 A-Junioren- und 208 Ü40-Teams à 800€ (die Ü40 spielt häufig nur mit 7er-Mannschaften) + 170 B-Junior/innen à 700€ + 1.633 C- bis G-Junior/innen à 600€ + 3x 150.000€ Aufpreis pro Saison für größere Amateur-Vereine (für 3 Saisons) = 2.533.200€.
  2. Berechnung: 150 Zuschauer pro Spiel im Herrenbereich bei durchschnittlich 30 Spielen + 60 Zuschauer im Damenbereich bei durchschnittlich 22 Spielen + 30-40 Zuschauer pro Spiel im Jugend- und Seniorenbereich bei 15 bis 20 Spielen = 3.200.315 Zuschauer pro Saison x 6 Saisons = 19,2 Millionen Zuschauer. Die Spieler und Betreuer beider Mannschaften sind mitgezählt! Es wird sowohl in der Bundesliga als auch im Amateurbereich pro Spiel gezählt: Ein Dauerkarten-Besitzer wird daher bei jedem Heimspiel neu gezählt
  3. Berechnung: Wir nehmen – sehr konservativ – an, dass die Herren auf Twitter, Facebook, und über ihre Website durchschnittlich 500 Personen pro Spiel erreichen (Damen: 200, Jugend- und Senioren: 10-30). Zur Vereinfachung ignorieren wir die Website-Besucher außerhalb der regulären Saison. Pro Saison ergeben sich so mindestens 6,1 Millionen Online-Kontakte; bei 6 Saisons 36,8 Millionen Kontakte. Ein gutes Beispiel, wie man als Amateur-Mannschaft über soziale Medien viele Leute erreicht, ist die 2. Mannschaft des SC Sternschanze, die von jedem Spiel Fotos postet und pro Spiel mehr als 1.000 Leute erreicht.

Fotos-Credit: Hertha: Flickr-Nutzer Frankinho, Amateure: Flickr-Nutzer Joachim Bomann